Dieses Teil da…. die Kamera im Beitragsbild… und alle anderen Kameras.

Das ist nur ein Weg zum Selbstausdruck.

Eine Art, wie man etwas sagen kann.

Klar. Erst gehts mal um Technik, und dass die Belichtung stimmt, usw. Und man fotografiert alles und Gott und die Welt. Und dann… irgendwann… kommt die Frage, worauf man denn das Teil eigentlich richten will.

So in etwa wie wenn man Gitarre oder Klavier spielen lernt und sich dann irgendwann fragt, was für Musik man machen möchte. Country, oder Jazz, oder klassisch… nicht dass ich mich das mit dem Klavier je hätte fragen müssen, denn es war ja eh klar, ich spielte was der Klavierlehrer vorschlug. Bevor ich jemals an einen Punkt kam, wo es drum ging, dass mir Klavier spielen Spass macht, habe ich aufgehört zu üben und üben und Stücke zu spielen um des Stücke spielens willen.

Irgendwie doch ein wenig ähnlich gehts mir mit der Fotografie. Zuerst gings mal darum die Technik dahinter einigermassen zu verstehen. Und etwas über Rhythmus im Bild, über Komposition etc zu lernen. Ich habe über 1 Jahr bei Gurushots mitgemacht und da gab es jede Menge Challenges mit jeder Menge Fotothemen. Eine tolle Sache, um etwas Bestimmtes zu fotografieren und zu üben.

Dann gab und gibt es all die Kurse, bei Creativelive, bei Christian Anderl, bei Joel Grimes. Teils Technik, Teils Business. Teils auch „seinen Stil finden“. Aber da gingen sie davon aus, dass man schon weiss, was man fotografieren will.

Ich stehe momentan immer noch an dem Ort wo ich mich frage, worauf will ich meine Kamera richten. Was interessiert mich genug, um mich damit so in die Tiefe beschäftigen zu wollen, dass ich es fotografiere.

Ein Jahr lang habe ich mich recht intensiv der Tierfotografie gewidmet, vor allem Hunde. Wenn man da rumschaut, sieht man mit kleinen Stilunterschieden grundsätzlich immer die gleichen Fotos.

Die mich langweilen. Sorry.

Was sagen die Fotos aus? „oh, was für ein hübscher Hund“. „Oh, was für ein liebes Tier“. Klar, Portrait-Fotografie ist dazu da, das Individuum abzubilden. Oder auch nicht. Wie meine Fotofreundin Birgit Finta in ihrem Blog kürzlich geschrieben hat, Sein und Schein… all die herausgeputzten, wunderschönen Pferde. Die genau an dem Tag strahlen, die Mähne ist wellig und schön und das Pferd blitzsauber. Und alle anderen Tage ist das Pferd… wie meine… zugematscht. Hoffe ich zumindest.

Natürlich ist man als Pferdebesitzer stolz auf sein wunderschönes Tier. Aber ich persönlich bin glücklich mit meinen Tieren so, wie sie sind. (Darum werde ich bei Birgit erwähnt: Zwar nicht namentlich, aber zum Thema passend, als eine von 2 Frauen die ihre Pferde auch schmutzig und mit Halfter ablichten lassen). Und wenn ich von meinen Pferden ein Foto an die Wand hänge, soll es nicht eins sein, das das Tier so zeigt, wie es sonst nie aussieht. Sondern so, wie ich es kenne und liebe. Denn das ist für mich Portrait-Fotografie: Das Lebewesen in seinem Sein portraitieren. Was in meinem Pferde-Fall bedeutet, meist dreckig.

Tierfotografie ist für mich sicherlich ein Thema, da Tiere mein Leben sind. Ohne Übertreibung. 9 Katzen, 2 Hunde, 3 Pferde. Arbeit. Liebe. Schweiss. Herzschmerz. Mein Leben. Das, worum sich meine Gedanken drehen.

Ich liebe Panoramas von Weite und Bergen und Wolken. Ich liebe Freiheit und Luft. Platz zum atmen, zum sein.

Ich liebe Vintage Stil, quadratische Fotos, Alltagsfotos, Lifestyle nennen es manche, es sind Knipsis, unkompliziert, aus dem Leben. Ja, ich liebe das Leben. So wie es ist. Unperfekt. Ungeputzte Pferde. Ein Puff auf dem Esstisch. Es ist MEIN Leben, und ich mag es. Ich muss es auch nicht verstecken. Ich muss nicht so tun, als wäre alles anders.

Sein und Schein. Danke, Birgit, für diesen Titel.

Ich liebe das Sein, und alle schönen gestellten Fotos aus dem Studio sind tolle Übungen und machen Spass und mit dem Westernsattel und dem Hut usw fühle ich mich sogar irgendwie wohl – und ich bin das nicht.

Ich bin die, die im dreckigen Hundespaziermantel im Wald sitzt und in ihr Natel redet, um ein Video aufzunehmen. Und alles in der Welt das ich tue, um irgendwie „cool zu sein“ oder „es gut zu machen“ wird das nicht wegmachen – das ist wer ich bin und das ist auch wozu ich stehen will und wie ich gesehen werden will, denn ich bin nicht mehr bereit, etwas anderes zu sein als wer ich bin.

Sein und Schein.

Hier gibt es Sein. Auch wenn ich noch nicht 100 % weiss, was das heisst. Auch wenn mich das nicht extrem weiter bringt in meiner Quest „worauf richte ich die Kamera“.

Ja, etwas habe ich noch herausgefunden. Ich mag Mysterie in meinen Bildern. Das kann ein Nebelwald sein…. Nebel im Allgemeinen. Es kann eine Reflektion sein, wo man sich erst fragt, was das alles ist da auf dem Bild. Es kann sein, dass man das Sujet gar nicht abbildet, sondern nur Dinge, die es beschreiben und definieren oder seinen Schatten, seine Spiegelung. Es kann sein, dass das Bild unscharf ist. Weil man ja sieht was es ist. Oder dass es grad total abstrakt ist.

Mysterie, Vintage, Leben.

Ehrlichkeit, Authentizität, es nehmen wie es ist.

Weite und der Platz, sich zu entwickeln.

Und am liebsten alles so, wie man es sonst nicht unbedingt sieht. Sei es als Format oder als Perspektive.

Guter Anfang. Und wir waren ja bei Selbstausdruck. Hell, ich hab keine Ahnung wie das mit Selbstausdruck zusammenpasst. Das ist ja gerade das Spannende daran.

Was will ich damit ausdrücken? Keinen blassen Schimmer. Was will meine Seele damit der Welt sagen? Ich hab KEINE AHNUNG.

Aber ich werde dranbleiben, und irgendwann wird es klarer werden. Immer klarer. Ich bin sicher, meine Bilder sagen das alles jetzt schon, manchmal etwas undeutlich, weil ich die Sprache noch nicht so recht beherrsche. Aber auf irgend einer Ebene sprechen meine Bilder das, was meine Seele zum Ausdruck bringen will.

Und es gibt nichts das mich daran hindern wird, das weiterhin zu tun und weiter zu entwickeln und weiter zu entdecken.