Wenn Du Dich auf der Einstiegsseite wiedererkannt hast – ich verstehe Dich. Die Aussicht aus dem Fenster mit dem Hundespaziergänger: Das war 1999, Blick auf die Limmat vom Rechenzentrum der Zürich Versicherung aus. Der See: Mein Büro im 6. Stock am Bleicherweg in Zürich, 2006. Der Innenhof: Credit Suisse Üetlihof, Ende 2002. 15 Jahre als Informatikerin in Banken und Versicherungen. Am Anfang, als PC Supporter, hat es noch Spass gemacht, aber bald war es einfach eingesperrt sein mit mehr oder weniger sinnfreier Arbeit (jedenfalls hat es sich so angefühlt).

Aber von Anfang an, ganz kurz. Ich habe an der Uni Zürich Petrographie und Mineralogie studiert, dann einen Job gesucht und das einzige und meiner Ansicht nach gescheiteste, was ich fand, war eine Weiterbildung on the Job zum System Engineer. Ich dachte mir „ja, man muss halt machen was gefragt ist“. Der Denkansatz war verständlich und den machen die meisten („mach mal das KV, dann hast Du was“). Aber langfristig ist er ein Rezept zum Unglücklichsein, hab ich gemerkt. 

So 2002 oder so fand ich dann, da müsse es noch mehr geben, und machte eine Ausbildung zum NLP Practitioner, dann Master. Dann ILP (Integrierte Lösungsorientierte Psychologie, auch so ein Coaching Ding), Erwachsenenbildung und bald darauf folgte Schamanismus, Medialität usw. Es ist eigentlich eine normale Entwicklung in der Entdeckung des Selbst, dessen, wer man ist. Ich habe gefühlte 100 Bücher mit Titeln wie „What Color is your Parachute“ und „I could do anything if I only knew what it was“ (Ich könnte alles machen, wenn ich bloss wüsste was) durchgearbeitet. Dabei fand ich heraus, dass ich nach Meyers Briggs ein INTP bin, nach Ennagramm oder ILP ein Typ 8, gemäss Holland Code ein AIR oder ARI (eine Person, die gerne kreativ ist, draussen ist /Natur & Tiere mag und gerne forscht). Damit wusste ich mehr. Oder auch nicht.

„Die Lebensaufgabe“ war mir immer noch total unklar. Aber ich wusste jetzt auch, dass ich Magie und Medialität spannend finde, ich hatte einige Kurse besucht und dachte, das kann ich auch. Krieg ich hin. Vor allem Tierkommunikation, dazu hatte ich Talent. Das konnte ich gleich vom Fleck weg.

Also habe ich mich ab 2007, erst mit Teilzeit Bürojob, dann ganz, damit selbständig gemacht. Als Tierkommunikatorin – Beratung und Ausbildung -, mediale Ausbildnerin und „Hexenschule“. Ich hab sogar ein paar Bücher zu den Themen geschrieben. Das war 7 Jahre lang super für mich. 2009 bin ich ins Haus meiner Eltern gezogen, das jetzt meins ist, in einem kleinen Dorf im Zürcher Unterland, fast am Waldrand. Das war eine ideale Umgebung für die Kurse und auch für Tiere. Als Hexe braucht man ja ein paar Katzen. Wir haben momentan 10, mehr sollen es nicht werden, aber irgendwie gelingt es mir nicht zu reduzieren, ständig gibt es wieder eine die auch noch kommen möchte, und die Alten sind immer noch gesund….

Anyway. 2014 war das dann irgendwie gut mit der Hexerei. Ich mag das alles immer noch. Die Themen interessieren mich. Alles gut. Aber ich brauchte einen nächsten Schritt.

Dann hab ich mich erst mal den Hunden (2014 kam Ginger, 2016 Liam) und den Pferden, die sich zwischenzeitlich auf 4 angesammelt hatten, gewidmet. (Stand Februar 2020: Ich hab noch die 2 Stuten, im Foto braun und schmutzweiss. Der Hund ist Ginger). Hundetrainerausbildungen gemacht, Pferdeausbildungen… Und fing an zu fötele, erst mit dem Handy, dann mit einer kleinen Kompaktkamera, die in die Jackentasche passte und die ich auf Hundespaziergänge mitnehmen konnte.

Ja, fötele. Links eins meiner allerersten Fotos mit der kleinen Panasonic. Ginger war noch nicht jährig. Es wurde dann bald mehr – „fotografieren“. So richtig. Ich meine, mit einer grossen schönen Kamera. Mit der kann man ja richtige Fotos machen.

Aber eigentlich, so tief im Inneren, bin ich eine „Mom with a camera“. Eine Tiermami halt.

Fotografieren, hab ich gemerkt, ist ein Ding für sich. Das kann einem so richtig, richtig den Ärmel reinnehmen.

Ich liebe es, weil es so viele tolle Dinge miteinander vereint. Fotografieren ist ein wenig wie Meditation. Man ist ganz im Hier und Jetzt, ist präsent. Man entdeckt und erlebt, ganz direkt. Ich fotografiere meist draussen, also ist man in der Natur – man bewegt sich, man kriegt frische Luft. Und ich fotografiere Tiere, was sowieso Spass macht. Man hat Interaktion und Kommunikation. Es ist aktiv und doch ist man ganz bei sich. (Foto unten: Ginger 2019, Nikon D850)

Fotografie ist auch Kunst. Denn immer ist da die Frage, ist das Foto gut, und wie kann ich es besser machen. Man hat einen Ehrgeiz…. bessere Fotos zu machen. Das kommt automatisch, glaub ich. Das geht allen so. Und schon stellen sich Fragen wie „was gefällt mir denn eigentlich vom Stil her“ und „was fotografiere ich wirklich gern, weil es mich wirklich interessiert“? Kunst ist Selbstausdruck und man lernt ganz viel über sich selbst. Man lernt sich besser kennen. Es stellt sich dann auch bald die Frage „was habe ich der Welt zu sagen?“. Wenn es um mehr geht als schöne Fotos machen, sondern eben auch noch Fotos mit Aussage, Fotos, die eine Geschichte erzählen, die emotional berühren. Und so geht das immer weiter…

Mir hat die Fotografie extrem geholfen, meinen Platz in der Welt zu finden. Zu definieren, wohin ich gehöre, was ich will und was ich nicht will.